2019-17 Houston und das Space Center

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Bereits gestern hatte ich schnell noch das Hotel für Houston gewechselt. Ich gebe abends immer schon sämtliche einzelnen Ziele für den nächsten Tag in die Navi-App des Handys ein. Dabei wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass das alte Hotel 27 km nördlich vom Zentrum Houstons und das Space Zentrum 44 km südlich davon liegt. Diese 44km sind schon zwei Drittel der Entfernung von Houston bis Galveston am Golf von Mexico, das ich ja auch noch besuchen wollte.

Daraufhin hatte ich mich entschlossen, mir direkt ein Hotel in Galveston zu suchen und nur den Nachmittag auf der Fahrt dorthin in Houston für eine Stadtbesichtigung zu verbingen.

Wie sich herausstellte, war diese Entscheidung goldrichtig gewesen! All die schönen freien Straßen fanden in Houston sozusagen ihr Ende. Fast schon 10 km vorher stand ich im Stau und bei der Weiterfahrt aus Houston heraus auch erst einmal wieder. Aber nun habe ich Houston gesehen und muss jetzt überhaupt nicht mehr hindurch fahren.

Anreise nach Houston im (ersten!) Stau

Dazu kommt auch noch, dass mir Houston nicht so gut gefallen hat wie gehofft hatte. Der Baedecker spricht etwa von ‚Südstaatencharme‘, den ich zumindest in der Innenstadt so nicht gefunden habe. Die Innenstadt ist geprägt von modernen Hochhäusern (alles wirkt wie frisch gebaut) und selbst im Historic District finden sich nur wenige ältere Häuser.

Blick von meinem Parkplatz mitten im Zentrum
Die gesamte Skyline

Die Innenstadt war bei diesen Temperaturen (wieder um die 40° Celsius) fast menschenleer, da Houston über ein über zehn Kilometer langes unterirdisches Netz von (klimatisierten!) Gehwegen mit vielen Geschäften und Restaurants verfügt.

Ausschnitt aus einer (überall angebrachten) ‚Tunnel Card‘
Ein paar wenige historische Gebäude im Historic District

Und so fuhr ich dann am Nachmittag auch weiter nach Süden bis zu meinem Hotel in Galveston, von wo aus ich am anderen Morgen schnell im Houston Space Center war.

Eines vorneweg: in der Fülle der Exponate kommt das Space Center nicht an das National Air and Space Museum in Washington heran, das wesentlich mehr unterschiedlichste Objekte bieten kann. Aber! Hier! War! Das! Zentrum! Der! Apollo! Mission! Und so habe ich mich vor Ort als erstes für die Tour zum Kontrollraum angemeldet.

Gerade in diesem Jahr, wo wir das 50. Jubiläum der Mondlandung hatten, im Kino der Film Apollo 11 lief und das Fernsehen diverse Dokumentationen ausgestrahlt hat, konnte ich in diesem so oft zu sehen gewesenen Kontrollraum stehen. Ich bin über die gleiche Treppe mit dem abgewetzten Geländer dorthin gelangt wie wohl die meisten der damaligen Mitarbeiter.

Das abgewetzte Geländer im Treppenhaus
Der erste Blick in den Kontrollraum

Als Besonderheit erwachte nach einführenden Erläuterungen eines ehemaligen Mitarbeiters der Kontrollraum wieder zum Leben. Man ließ dann originalgetreu die letzten 10 Minuten der Mondlandung bis zum Aufsetzen („Houston, the Eagle has landed“) und die ersten Schritte auf dem Mond im Kontrollraum mit originalgetreuen Projektionen auf den Bildwänden, Daten auf den Monitoren und den Gesprächen im Kontrollraum ablaufen.

Ich finde, der Ausdruck Gänsehaut wird in letzter Zeit viel zu häufig gebraucht, aber in diesem Moment hatte ich wirklich welche. Es war absolut ergreifend, dieses epochale Ereignis, das ich als Jugendlicher am Fernseher voller Spannung miterlebt habe, jetzt hier im originalen Steuerungszentrum noch einmal nachzuerleben!

Der Kontrollraum erwacht zum Leben
Der Kontrollraum wurde 1985 zum nationalen Denkmal erklärt

Natürlich habe ich mir später auch noch das Space Shuttle Independence (das nur ein Nachbau ist) angeschaut, aber das Highlight für mich heute war der Besuch im Kontrollraum.

Das Space Shuttle Independence
Das Steuerpult eines Space Shuttle
Die Bordtoilette eines Space Shuttle (was hier wie funktioniert, mag sich jeder selbst ausmalen…)

Als ich nach rund vier Stunden – inklusive Kaffeepause – wieder auf dem riesigen Parkplatz stand, war ich sehr froh, dass sich mein iPhone immer automatisch die Position des geparkten Autos merkt und mich dahin geleiten konnte.

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